Ahmed Sharif leistet an der Jodocus-Nünning-Gesamtschule Präventionsarbeit

VR-Westmünsterland Bildungsinitiative
Ehemaliger Häftling stellt sich Schülerfragen

Borken-Gemen. Um wieder etwas gut zu machen und der Gesellschaft etwas zurück zu geben, war Ex-Häftling Ahmed Sharif am Freitagvormittag in der Jodocus-Nünning-Gesamtschule. Dort hat er den Schülern der Klasse 9F von seinem Leben erzählt.

Der 33-Jährige ist wegen unterschiedlicher Delikte zu mehr als sieben Jahren Haft verurteilt worden und seit April wieder auf freiem Fuß. Damit die Jugendlichen nicht auf die schiefe Bahn geraten, hat er an der Schule zum ersten Mal Präventionsarbeit geleistet. „Es liegt mir am Herzen, dass künftig öfter zu machen“, sagte Sharif. Die Neuntklässler konnten offen ihre Fragen zur Zeit vor, in und nach dem Gefängnis stellen. Für viele Rap-Begeisterte war Sharif kein Unbekannter. Vor seiner Inhaftierung war er Teil der Szene. War es gerade das, was es für die Kinder so interessant machte? „Nein. Wenn er aus seinen Fehlern nicht gelernt hätte, hätte uns sein Besuch nichts gebracht. Egal, ob bekannt oder nicht“, meinten Jannik Schmitz und Lennard Jonas.

Nach der Fragestunde ging es in die Sporthalle. Denn unter dem Motto „Gewaltprävention durch Sport“ hatte Referendarin Roxana Langner die Aktion auf die Beine gestellt, die von der Bildungsinitiative der VR-Bank Westmünsterland finanziell gefördert wurde. Während der Zeit im Knast hat Sharif Freeletics für sich entdeckt. Eine Trainingsmethode, bei der man auf Geräte verzichtet. Den Schülern zeigte er zehn unterschiedliche Übungen. „Das war cool und nicht so langweilig wie normaler Sportunterricht. Die Übungen kann man sich leicht merken und gut zu Hause nachmachen“, meinten die Mädchen der Klasse. Auffälllig war der gute Draht, den Ahmed Sharif zu den Schülern hatte. „Ich glaube, ich bin mit den Kids auf einer Wellenlänge, höre ihnen zu und weiß, was bei denen angesagt ist. Dadurch, dass ich mich in der Rap-Szene auskenne, kenne ich auch die Vorbilder der Kids, aber anders, als sie sie kennen“, erklärte er. „Die Kinder sind völlig fasziniert“, stellte auch Langner fest. (BZ/J. Beckschulte)
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