Faires Streiten kann man lernen

VR-Westmünsterland Bildungsinitiative
Sozialprojekt im Jahrgang 5 der Kreuzschule mit geschultem Trainerteam durchgeführt

Coesfeld. Für die Fünftklässler der Kreuzschule gestaltete sich jetzt der Unterricht für eine Woche anders als gewohnt: nicht Mathe, Englisch oder Deutsch standen auf dem Stundenplan, sondern drei Tage „Fair streiten lernen“. Dafür wurde das pädagogisch geschulte Trainerteam des „Hauses Kloppenburg – Zentrum für psychologische und soziale Arbeit“ (Münster) unter Leitung von Marga Wieland in die Kreuzschule eingeladen.

Wie unfaires Streiten funktioniert, kennen die Schülerinnen und Schüler aus ihrem Alltag nur zu gut: „Als wir heute gemeinsam ein Bild gemalt haben, hat meine Freundin einfach über meinen Rand gemalt. Das habe ich dann auch bei ihr gemacht, und sie hat sich richtig darüber aufgeregt“, berichtet ein Mädchen in der Mitteilungsrunde. Bei dieser Malübung in der Kleingruppe haben die Schülerinnen und Schüler erfahren, was es bedeutet, wenn andere sich ungefragt mehr Raum nehmen als gedacht oder einfach die unsichtbaren Grenzen der Mitschüler überschreiten.

„Die Lehrer und die Sozialarbeiter sind es dann, die eskalierte Konflikte schlichten müssen; besser wäre es, die Kinder lernten von Beginn an sich so zu streiten, dass am Ende beide Konfliktparteien mit einem Kompromiss zufrieden sind und sich nicht weiter provozieren“, erläutert Schulleiterin Angelika Adams. „Es geht bei dem Projekt einerseits darum, den Kindern einen einfach strukturierten Ablauf an die Hand zu geben, mit dem sie Streit ohne Beleidigungen oder Gewalt beilegen können; noch viel wichtiger ist es, in den einzelnen Einheiten des Projekts mit den Schülern die für das faire Streiten notwendigen sozialen Fähigkeiten einzuüben“, erklärt Schulsozialarbeiter Matthias Geisler. Auf seine Initiative hin wurde das Präventionsprojekt erstmals an der Kreuzschule durchgeführt.

In den Unterrichtsstunden wurden mit den Fünftklässlern in Untergruppen soziale Fähigkeiten wie Zuhören, Zusammenfassen, sich in andere hineinversetzen, eigene Gefühle wahrnehmen, andere loben und fair kritisieren, Bedürfnisse einzufordern oder zu verweigern durch Übungen und Rollenspiele trainiert. Bei der Aufgabe „Mein Stuhl“ mussten die Kinder zum Beispiel versuchen, einen von beiden beanspruchten Platz ohne Anwendung von Gewalt zu erobern oder zu verteidigen. Ein besonderer Dank der Klassen und der Schule gilt der „VR-Bildungsinitiave“ der Volksbank Westmünsterland, die mit ihrer finanziellen Unterstützung das Projekt an der Kreuzschule möglich gemacht hat.
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