Eine Schule steht Kopf

Borken.

Die Montessori-Gesamtschule Borken stand Kopf. Und das war bei KulturProjektWoche 2012 durchaus wörtlich zu nehmen. Diese drehte sich nämlich um das oberste Körperteil. Und dass sich damit allerhand Künstlerisches anstellen lässt, bewiesen die 16 verschiedenen Projektgruppen bei der Vorstellung ihrer Arbeiten in der Montessori-Aula.

Schulleiter Hartmut Schlüter-Müller begrüßte die gesamte Schüler- und Lehrerschaft und freute sich über das tolle Engagement der Jugendlichen. Großen Dank richtete er an die VR-Westmünsterland Bildungsinitiative, die das Projekt finanziell unterstützte. Thomas Blanke und Thomas Borgert von der VR-Bank Westmünsterland zeigten sich beeindruckt über die Ergebnisse der Projektgruppen. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern sowie dem erneut anwesenden Künstler Holger Hülsmeyer setzten sich die Jugendlichen eine Woche intensiv mit dem Kopf bzw. mit den Köpfen auseinander. Die handlungsorientierte Auseinandersetzung, so Schulleiter Schlüter-Müller, sollte einen Einblick in unterschiedliche Handwerke ermöglichen und zu Gestaltungsmöglichkeiten einladen, die auf kulturhistorische, politische, modische und künstlerische Ausdrucksformen Bezug nehmen.

Der Künstler Holger Hülsmeyer., der am Rand des Sauerlandes lebt, stellte dabei Holz-Skulpturen in der Montessori-Aula aus. Im Atelier unter freiem Himmel am Schulbauernhof zeigte er den Schülern, wie auch sie eine Skulptur erstellen können, beispielsweise mit Hammer, Beitel - und Kettensäge. Sicherheitskleidung war dabei Pflicht. Seit 2007 - nach dem Orkan Kyrill – ist Hülsmeyer auf die Idee mit dieser Art von Kunst gekommen. 20 Bäume hätte der Sturm in seinem Garten umgeknickt. „Ich hatte da irgendwie den Drang, aus den Stämmen Gesichter herauszusägen." Die Schüler waren ebenso kreativ. Aus dicken Eiche- oder Pappel-Rohlingen schälten sie nach und nach die Gesichtszüge heraus. Jeder Holzkopf hat seinen eigenen Charakter. Zusammen gleichen sie einer urwüchsigen Ahnengalerie.

Auch in den anderen Werkgruppen stand der Kopf im Mittelpunkt. Wie beim Boshi. Boshi? Der Legende nach sind 2009 zwei Deutsche bei einem Skilehreraustausch in Japan von einer spanischen Kollegin in die Kunst des Häkelns eingeführt worden. Das erste Erzeugnis war eine Mütze, japanisch: Boshi. Daraus wurde ein internationaler Trend. Und so trägt der trendbewusste junge Mann nicht nur Mütze. Er häkelt sie auch gleich selbst.
 
(Quelle: VR-Westmünsterland Bildungsinitiative und Borkener Zeitung)

montessori gesamtschule borken 2012
Ob Holz-Künstler oder Mützen-Häkeler: an der Montessori-Schule dreht sich alles um das oberste Körperteil. Thomas Blanke (hinten, 6.v.l.) und Thomas Borgert (hinten 4.v.r.) von der VR-Bank Westmünsterland stellten sich gemeinsam mit Schulleiter Hartmut Schlüter-Müller (l.) und je einem Vertreter der 16 Projektgruppen dem Fotografen.
Foto: Mario Siebelt

Weitere Informationen unter: www.montessori-borken.de
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