"Fremd sein" ist Thema bei Leseprojekttagen an der St. Georg-Schule

Mit Unterstützung der VR-Westmünsterland Bildungsinitiative konnte die St. Georg-Grundschule in Dülmen-Hiddingsel neue Bücher anschaffen, die bei den Leseprojekttagen überreicht wurden.

Dülmen-Hiddingsel.

Was heißt „Guten Tag“ im Syrischen? Oder „Ich heiße ...“? Emma blättert in ihrem selbst geschriebenen Wörterbuch, findet schnell die passende Stelle. Oben auf jeder Seite hat die Erstklässlerin einen Begriff in Deutsch geschrieben, darunter die Übersetzung in arabischen Buchstaben. Und als drittes hat sie notiert, wie der fremde Begriff ausgesprochen wird. „Die Kinder waren hoch motiviert, einmal Arabisch zu schreiben“, berichtet Klassenlehrerin Annett Kramer.

„Fremd sein“ war das Thema bei den Leseprojekttagen der Grundschule Hiddingsel, die gestern Nachmittag zu Ende gegangen sind. Bereits vor längerer Zeit habe man entschieden, dass die nächsten Projekttage sich mit dem Thema Lesen befassen sollen, berichtete Schulleiterin Petra Maasmann. „Aber dann kam die Flüchtlingskrise. Es war schnell Konsens im Kollegium, dass wir uns mit diesem Thema in den Büchern beschäftigen wollen.“ Die Vorbereitung sei nicht einfach gewesen, die Projekttage wurden daher sogar verschoben. „Wir wollten das Thema so aufbereiten, dass die Kinder Spaß daran haben“, erläutert Maasmann.

Finanzielle Unterstützung in Form von 1450 Euro kam von der VR-Bildungsinitiative, so konnten etwa Bücher angeschafft werden. Zudem freute sich die Schulleiterin über eine Bücherspende für die vierten Klassen, die der Rotary Club zur Verfügung gestellt hatte.

Im Klassenverband beziehungsweise in altersgemischten Gruppen beschäftigten sich die Jungen und Mädchen drei Tage lang mit unterschiedlichen Büchern rund um das Thema Flucht. Passend dazu wurde gebastelt oder gekocht: So gestaltete eine Gruppe aus Dritt- und Viertklässlern Koffer, nachdem zuvor das Buch „Als mein Vater ein Busch wurde“ gelesen wurde. Dabei musste jeder überlegen, was er in seinem Koffer mitnehmen würde, wenn man selber fliehen müsste, berichtet Pia. Auf einen anderen Zettel wurde dann geschrieben, was „wir in unserem Herzen behalten und nicht mitnehmen können“, erläutert die Drittklässlerin. „Wir wollten die Kinder sensibilisieren und ihnen ein Stück weit das Gefühl geben, wie es wäre zu flüchten“, ergänzt Petra Maasmann.

Zum Abschluss der Projekttage waren am Donnerstagnachmittag die Eltern eingeladen, sich die Ergebnisse anzusehen. Wer wollte, konnte zudem bei einem Malspiel oder dem Knüpfen von Freundschaftsbändern aktiv werden. Daneben lockte ein Büchercafé, in dessen Rahmen der Förderverein einen kleinen Bücherverkauf anbot.
(Quelle: DZ Dülmen)
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