„Nimm dein Leben in die Hand“

Stadtlohn.

Sucht- und Drogenprävention stand sieben Tage auf dem Stundenplan des siebten und achten Jahrgang der Stadtlohner St.-Anna-Realschule. Organisiert wurden diese Projekttage von der stellvertretenden Schulleiterin Regina Frenker und dem Biologielehrer Gerhard Schäfer. Gefördert wurde das Projekt von der Bildungsinitiative der VR-Bank Westmünsterland. Damit die jungen Menschen den Weg in die Sucht erst gar nicht einschlagen, hatten die Lehrkräfte Sachverständige und ehemals Betroffene eingeladen, die kompetent und freimütig aus ihrem Leben berichteten und dadurch aufklärten.

Wege aus der Sucht

Den Einstieg in die Problematik mit dem Thema Magersucht bot die Autorenlesung mit Christina Helmis. Darin schilderte sie, wie man trotz einer Magersucht, die vier Jahre andauerte, wieder zu einem normalgewichtigen Menschen werden kann. Auf einem Büchertisch hatte Daniela Kies, Leiterin der öffentlichen Bücherei St. Otger, dazu entsprechende Literatur ausgelegt. Am nächsten Tag wies der Nichtrauchertrainer Reinhard van Loh darauf hin, dass Rauchen eine Sucht sei, deren Gefahren häufig unterschätzt würden. Verharmlost werde auch das Rauchen der Wasserpfeife, obwohl sich im Rauch der Shisha mehr krebserregende Stoffe befänden als in einer Zigarette.

Johannes Jötten machte auf die Gefahren von Facebook und sozialen Netzwerken aufmerksam. Er warnte davor, persönliche Daten und Fotos zu veröffentlichen, die möglicherweise bei Bewerbungen zum Karrierekiller werden könnten.

Cannabis und Alkohol

Am vorletzten Projekttag warnte Amon Barth die jungen Menschen vor dem Konsum der illegalen Droge Cannabis, wie bereits in seinem Buch "Breit - mein Leben als Kiffer". Kiffen raube Zeit, freife die Konzentration an, beeinträchtige sie dauerhaft und könne psychisch krank machen.

Wegen ihrer hohen gesellschaftlichen Akzeptanz gehe besonders von der Droge Alkohol eine große Gefahr aus, so Sozialpädagoge und Coolnesstrainer Marc Hinsel. Er baute einen Parcours auf um nachzuweisen, dass Alkohol das Reaktions- und Wahrnehmungsvermögen beeinflusse. Die Schüler simulierten mittels Brille einen Rauschzustand und erfuhren so die gefährlichen Auswirkungen der legalen Droge auf den eigenen Körper. Dass auch die neuen Medien, wie Computer, Handy und insbesondere Onlinespiele ein Suchtpotenzial bergen, darum ging es in den Ausführungen von Jürgen Friedrich.

(Quelle: MLZ)

anna rs stadtlohn
Simulation eines Alkoholrausches mittels Brille: Über eine Linie geradeaus zu gehen machte den Schülern durchaus Schwierigkeiten.